24. TAG
Ich bin mit dem Schreiben der täglichen Berichte etwas in Verzug geraten…
Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen habe ich mich in den letzten Tagen auf ausführlichere, fachlichere Artikel konzentriert und Hintergrundmaterial für die nächsten längeren, analytischeren Beiträge gesammelt. Der andere Grund war der völlige Zeitmangel.
Ich mache die Trainingseinheiten genauso weiter. Schummeln könnte ich sowieso nicht, denn bei den wöchentlichen Zusammenfassungen würde sofort auffallen, dass etwas faul ist. Auch die Vorbereitungen für die Aufnahmen bei Vital TV laufen, wenn alles klappt, wird in den nächsten Wochen gedreht. Ich hatte ein sechsteiliges Format geplant, aber mal sehen, was daraus wird. Die größere Veränderung im Blog ist wohl, dass er künftig viel mehr nützliche Informationen für Frauen enthalten wird. Da das Training, der Stoffwechsel und die Ernährung von Frauen ein ganz anderes Gebiet sind, muss ich mich erst einlesen und Informationen sammeln, aber ich spreche auch regelmäßig mit Tomi. Am Sonntag dreht sich zum Beispiel anderthalb Stunden lang ausschließlich alles um den weiblichen Lebensstil.
Was mich betrifft, bin ich bei Tag 24. Das heißt, mit heute lasse ich den radikalen Teil der Diät hinter mir und fange mit dem an, was ich schon früher beschrieben habe, aber bei der Wochenzusammenfassung noch einmal schreiben werde. Der Wechsel war längst überfällig, denn ich fing schon an, wegen dieser Ernährung verdammt nochmal auszurasten. Edy sagte zum Beispiel, ihr sei schon beim Durchlesen die Lust vergangen. Ich habe 24 Tage lang ihre segensreichen Wirkungen genossen.
BREAKING. Ich beginne mit der Vorbereitung auf die Vivicittá, deshalb werde ich den Lauftagen zunehmend mehr Aufmerksamkeit widmen. Ich plane, dass dieses Programm ungefähr am 20. März endet und ich mich von da an nur noch aufs Laufen konzentriere. Mein nächster und zugleich letzter Tag in der dritten Woche wird Tag 25 sein. Dann laufe ich konkret die Vivicittá-Distanz, und zwar nicht nur die 12 km, sondern die offizielle Strecke.

23.nap
Schulter-Trizeps-Tag. Mein ganzer Körper pulsiert vom 10-km-Lauf am 22. Tag. Morgens merke ich, dass ich langsam etwas erschöpft bin; mir fällt auf, dass ich nach dem Aufstehen immer länger brauche, bis ich wieder halbwegs menschlich bin. Eine Bekannte von mir, Eve, mit der noch mehrere Geschichten zusammenhängen werden, hat mit der 90-Tage-Diät angefangen, die meiner Meinung nach der größte Bluff der Welt ist. Bei dieser Kur gibt es vier Tage: Obst, Eiweiß, Kohlenhydrate und noch einen, aber ich komme nicht mehr drauf, welcher (Stärke) – nicht, dass es eine Rolle spielen würde. Nach zwei Monaten hat sie ein Kilo zugenommen. Ich sage: Glückwunsch. Diesen 90-Tage-Schwachsinn sollten wirklich alle vergessen. Er widerspricht jeder menschlichen Vernunft, abgesehen davon, dass er dem Körper verdammt nicht guttut und die Gewichtszunahme danach praktisch garantiert ist. Nun, Eve liest den Blog und unterstützt alles, was ich mache. Das tut gut. Wir waren im Lidl, und sie bat mich, Lebensmittel für sie auszusuchen, weil sie nicht weiß, was beim Abnehmen geeignet ist. Bisher habe ich ihr erst 60-mal gesagt, dass das keine Rolle spielt. Sie sagte mir, woran sie gedacht hatte, und ich räumte immer wieder den ganzen Mist zurück ins Regal, aber am Ende haben wir es doch hingekriegt. Wir stehen an der Kasse, da kommen mir plötzlich zwei Tüten entgegen. Ich frage: Was ist das? Zwei Tüten Schokokugeln, und zwar die schlimmsten, die es meiner Meinung nach im Laden gab. Die beiden 100-Gramm-Packungen Schokolade hatten zusammen 1170 kcal ... Also noch mal: Ich bin mitgekommen, um ihr zu helfen, vernünftige Lebensmittel auszusuchen. Und dann sagt sie, sie sei unglücklich, und ich sehe ihr an, dass sie wirklich glaubt, damit sei alles in Ordnung und sie habe sich jetzt selbst freigesprochen. Soll ich da nicht sauer werden?
Wir müssen uns beeilen, denn heute Abend steht bei Ákos ein großer Zimmerumbau an, und vorher muss ich auch noch trainieren. Wir essen mit der Familie bei Eve, sie wissen, dass ich gerade ein Programm mache, also darf ich das Essen auswählen. Gedämpfter Lachs, ein bisschen Krabben und Salat. Den Salat mache ich lieber auch selbst, um auf Nummer sicher zu gehen. Alles läuft super, BIS Eve vier verschiedene Dressings auf den Tisch stellt. Und jetzt mal ganz klar: Stopp. Verdammt noch mal, Stopp. Es bringt nichts, hochwertige Diätkost zu essen, wenn wir sie mit Dressing übergießen; das ist, als hätten wir um ein Uhr nachts eine Pizza bestellt. 70 % der Dressings und Mayonnaisen bestehen aus Fett. Eine gewaltige Kohlenhydratbombe: Allein das Dressing kann dreimal so viele Kalorien haben wie das, was wir gerade essen. Dann könntet ihr genauso gut esslöffelweise Butter essen. Das wäre nicht viel schädlicher als diese Dressingsache.
Ich schleppe mich ins Fitnessstudio, aber zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, denn es ist halb sechs und der Laden ist rappelvoll. Dann sind alle Geräte belegt und man muss sich überall anstellen. Ich habe aber Glück, denn heute ist einer der Tage, an denen ich fast nur mit Hanteln trainieren muss. Ich würde mich gern aufwärmen, aber sogar der Armergometer ist belegt, obwohl ich dachte, dass den außer mir wirklich niemand benutzt. Na gut, dann aufs Laufband. Es gibt acht Laufbänder, und natürlich sind alle belegt. Ich hasse diese Situation wirklich, aber schließlich wurde ein Laufband frei. Neun Minuten Berglauf. Ich habe nicht mal geschwitzt und bin nicht über einen Puls von 120 gekommen. Am Training selbst gab es nichts Besonderes hervorzuheben, außer dass auch dieser Tag bereit für den nächsten Level war. Ich bin gespannt auf nächste Woche, denn ich habe an jedem Trainingstag die Gewichte erhöht. Das habe ich auch für den Beintag morgen vor.
Nach dem Training rüber zu Ákos. Wir haben uns von ein paar Tonnen unnötigem Müll befreit, von der Steuererklärung aus dem Jahr 2004 bis hin zu den Uni-Mitschriften. Wir haben auch ein Tamagotchi gefunden, und das Vieh fragt, ob es das bei Vatera einstellen soll. Ich sage: Stören dich die neun Müllsäcke da hinter dir nicht? Wirf den Kram endlich weg, verdammt. Wir haben es geschafft, drei Mülltonnen mit allem möglichen Scheiß vollzustopfen. Der größte Moment des Tages war, als ich die kleine Devisenreserve des Arschlochs in einem Umschlag gefunden habe, hahhhh. Jahrelang hat er sich gedrückt und nicht verraten, wo er sie aufbewahrt. Das Zimmer wird ganz gut, aber für heute reicht’s. Morgen werden die Mülltonnen geleert, das heißt, wir müssen auch die noch vollstopfen. Übrigens sprechen wir von einem Wohnhaus mit 24 Wohnungen, und drei Tage lang haben nur wir etwas hineingeworfen. Ich bin gespannt auf die nächste Eigentümerversammlung.
24.nap
Ich kam um Mitternacht nach Hause, aber statt zu schlafen, habe ich lieber den ersten Artikel über bewusste Ernährung geschrieben. So startete ich also mit vier Stunden Schlaf in den Tag. Morgens fiel mir beim Duschen auf, dass ich langsam definierter werde. Die Muskeln an meinen Armen zeichnen sich immer deutlicher ab, und bei meinem Bauch warte ich nur noch auf die ersten zwei Bauchmuskeln. Wenn die zum Vorschein kommen, veranstalte ich eine riesige Willkommensparty in Ákos’ neuer Wohnung.
Mit der neuen Diät gibt es ein kleines Problem. Dafür muss ich erst mal einkaufen gehen. Diesen Teil habe ich völlig vergessen, also gehe ich morgen auf den Hunyadi- oder Lehel-Markt. Heute ist Beintag, und mir ist aufgefallen, dass meine Beine richtig stark geworden sind. Jahrelang habe ich meine Beine nicht trainiert, aber trotzdem kamen im Fitnessstudio Leute auf mich zu und fragten, was ich mache, damit meine Waden und Beine so muskulös sind. Gene, verdammt, Veranlagung. Beim Laufen spüre ich die positiven Effekte davon besonders.
Ich würde ja auch über das Training sprechen, aber gerade erleben wir die übliche tägliche Betriebsstörung der Straßenbahnlinien 4 und 6 mit. Nach 20 Minuten ist das Problem dann auch schon gelöst. Ich wärme mich mit zehn Minuten Radfahren auf und beginne mit dem Beintag. Ich fühle mich immer so blöd, wenn ich an diesen Beingeräten trainiere. Ich habe gerade überlegt, wann ich zuletzt einen Typen außer mir an diesen Geräten trainieren gesehen habe. Sagen wir mal so: Das ist nicht gerade typisch, woran man auch erkennen kann, wie ahnungslos in manchen Fitnessstudios trainiert wird. Meine Beine sind brutal stark, ich drücke 150 kg, es ist anstrengend, das will ich nicht leugnen, aber ich merke, dass das in ein bis zwei Wochen nicht mehr reichen wird. Das Gerät geht bis 200 kg, nur damit ihr es einordnen könnt. Meine Beine platzen fast, ich kann kaum noch darauf stehen. Am Beintag solltet ihr, wenn möglich, bei jeder Übung die Beine dehnen. Streckmuskel, Oberschenkel, Wade.
Während des Trainings denke ich die ganze Zeit an die 12 km morgen. Ich habe Angst vor dem ersten Tief, in das ich geraten werde, deshalb versuche ich, die Messlatte nicht zu hoch zu legen. Das gilt vor allem fürs Laufen, denn wenn ich morgen die Strecke laufe, komme ich diese Woche auf 22 km in zwei Läufen, und danach steht noch ein Schwimmtraining an.
Die neue Diät wird eher eine Art Muskelaufbaukur, aber auch damit werde ich noch etwas abnehmen. Dieser neue Ernährungsplan liefert mehr Kohlenhydrate und damit mehr Energie. Was bisher eine Aufgabe war, die ich irgendwie überstehen musste, reicht jetzt nicht mehr aus, einfach nur die Übungen zu machen: Ich muss die Gewichte erhöhen. Nur so kann ich Fortschritte machen. Der erste Teil des 66-tägigen Prozesses ist heute abgeschlossen. In 24 Tagen bin ich fast 9 Kilo losgeworden. In den nächsten 18–22 Tagen muss ich noch weiter, aber nur noch minimal abnehmen, also müssen in etwa 20 Tagen noch 2–3 Kilo runter. Danach sollen die letzten zwanzig Tage ausschließlich der Formung der Muskeln und dem finalen Definieren dienen. Ich bin gespannt, wie ich das körperlich, seelisch und mental durchhalte.
Ein Küsschen für Dóri, die das 22. Mitglied des Blogs geworden ist.
