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5. RunTilt futás November 13

  

RunTilt-Lauf, Sonntag, 13. November, 16.00 Uhr, Margareteninsel, Springbrunnen 

Das wird das erste RunTilt im Winter. Das wird das erste RunTilt light. Gute Chancen, dass die Temperatur um die 0 Grad liegt, aber eher bei – 2. Das heißt, dass wir ungefähr so viele sein werden wie bei jedem Nike Running, also beschämend wenige. Ein großer Teil der Leute sind totale Weicheier: Bei unter 15 Grad gehen sie nicht nur nicht laufen, sondern überlegen sich sogar zweimal, ob sie kurz zum Supermarkt gehen. Dann bleiben sie natürlich im Jogginganzug und bestellen sich irgendwas online. Solange ihr nicht aus dieser Komfortzone herauskommt und euch ein bisschen Kälte zumutet, seid ihr nicht einmal ansatzweise bereit, euren aktuellen Lebensstil zu ändern. Das sind übrigens kleine Anhaltspunkte, an denen man die Bereitschaft eines Menschen messen kann ...

Der Winter ist die absolut geilste Zeit zum Laufen, glaubt mir. Ich habe nämlich vor fast einem Jahr mit meinen Trainingseinheiten bei -7 bis -10 Grad angefangen. Unter 5 Grad hast du nicht viele Möglichkeiten, denn  Wir haben es verkackt, nicht ein bisschen, sondern richtig. In Europa hat noch kein Land so einen Schwachsinn gemacht wie wir … Entweder läufst du oder du erfrierst dir den Arsch, und einen größeren Antrieb braucht man kaum. Während du im Sommer wegen der Hitze schnell aufgibst, gibt es im Winter wegen der Kälte kein Anhalten: Du musst weiterlaufen, sonst kommt Lungen-Uschi hinter dir her, holt dich ein, wenn du stehen bleibst, und dann heißt es: Tschüss.

Genau deshalb erfordert das Laufen im Winter ein wenig Vorbereitung. Zieht euch nach Möglichkeit im Schichtenprinzip an. Die Kleidung, die direkt auf der Haut liegt, sollte Feuchtigkeit ableiten. Baumwollshirts solltet ihr vermeiden, denn falls ihr beim Laufen doch einmal stehen bleibt, saugt die feuchtigkeitsaufnehmende Baumwolle die Nässe auf und beginnt - besonders wenn ihr euch nicht im Schichtenprinzip angezogen habt - durch Verdunstung sofort, dem Körper Wärme zu entziehen. Das führt zu Unterkühlung, und dann steht ihr verschwitzt mit einem nassen Oberteil bei -1 Grad da. Zieht euch so an, dass euch draußen zunächst noch ein wenig kalt ist. Nach 5-10 Minuten lockerem Einlaufen solltet ihr dann diese angenehme Wärme spüren, die auch Dumber gespürt hat, als Jim Carrey ihn auf dem Weg nach Aspen auf dem Motorrad angepinkelt hat.

Mütze und Handschuhe sind eine hervorragende Grundlage! Die Mütze ist besonders wichtig, denn 30-40 % der Körperwärme gehen über den Kopf verloren. Wer ohne Mütze kommt, darf nicht laufen, zumindest bei RunTilt ganz sicher nicht. Zwischen +5 und -5 Grad reichen dünne Handschuhe, bei -10 Grad solltet ihr schon dickere Strickhandschuhe anziehen. Ihr müsst keine Angst vor der Kälte haben und auch nicht davor, dass euch wegen der kalten Luft der Hals wehtut oder vor ähnlichem Blödsinn. Zieht euch ordentlich im Schichtenprinzip an, ohne dabei eure Bewegungsfreiheit einzuschränken, bleibt in Bewegung, und dann gibt es hier keine Probleme. Wenn ihr bei -4 Grad am Vörösmarty-Platz Baumstriezel essen könnt, könnt ihr bei derselben Kälte auch laufen. Dafür braucht es natürlich ein Mindestmaß an Willenskraft und Entschlossenheit. Die Mädels von Slim3 werden auch dabei sein. Sie wissen zwar noch nichts davon, aber glaubt mir, sie werden dabei sein.

Die Gruppeneinteilung bleibt. Ich wollte zum Schluss noch eine politische Anspielung einbauen, aber mir fällt nichts ein, also endet der Beitrag hier, genau wie die Eurozone.

Apropos tote Dinge. Die Demokratische Koalition wurde gegründet …

Kategorien

Gruppe A. Unter 25 Minuten. Das ist die Königsklasse, hier starten die Cracks. 5350 Meter in 25 Minuten zu laufen, erfordert eine starke körperliche Verfassung und einen guten Trainingszustand. Dafür musst du Kilometer in 4:30 bis 4:40 laufen können. 

Gruppe B. Unter 30 Minuten. Hier werden die meisten dabei sein. Um die Runde um die Insel in unter 30 Minuten zu laufen, braucht man eine Pace von 5:30 bis 5:50, was für einen durchschnittlich trainierten Menschen problemlos zu schaffen ist. Wer übergewichtig ist, raucht oder seit mindestens einem halben Jahr nicht gelaufen ist, sollte es mit dieser Gruppe lieber nicht übertreiben.

Gruppe C. Unter 35 Minuten. Ich wäre am glücklichsten, wenn nur 20 % der Budapester Bevölkerung die Insel in dieser Zeit umrunden könnten. In dieser Gruppe sind diejenigen, denen das Laufen der Strecke schon Schwierigkeiten bereiten wird, und zwar keineswegs, weil sie körperlich dazu nicht in der Lage wären. Die größten Hindernisse liegen nämlich im Kopf, denn wer hier startet, schafft es noch nicht oder nur sehr schwer, seine Komfortzone zu verlassen, und empfindet die sportlichen Herausforderungen noch als Qual statt als Hindernisse, die sich leicht überwinden lassen. In dieser Gruppe kommt all das zum Vorschein, worüber ich hier im Blog schreibe: Du musst deine eigenen Schwächen überwinden. Jeder sollte 5 km laufen können, egal wie bewegungsarm er lebt. Im schlimmsten Fall wird er sich völlig verausgaben und die Strecke als Qual empfinden, aber er kann sie laufen, und im Ziel kommt dann dieses erhebende Gefühl: Ja, verdammt, ich hab’s geschafft.

Gruppe D. Über 35 Minuten. Wer hier startet, hat am meisten Angst vor der Strecke. Gute Chancen, dass sie stehen bleiben und den Rest der Strecke zu Fuß zurücklegen, denn es ist ja wohl allen klar, dass es kein „Ich bleibe stehen, warte auf den Bus und fahre damit ins Ziel“-Getue gibt. Auch wer stehen bleibt, MUSS ins Ziel kommen. Wenn zu Fuß, dann eben zu Fuß. Hauptsache, wer zum RunTilt kommt, umrundet die Insel, so oder so, aber die Strecke muss bewältigt werden. Das ist die einzige Regel, die für alle gilt.

Die Gruppe D startet zuerst, und alle anderen starten im Abstand von 2 Minuten, natürlich erst C, dann B und anschließend A. Das ist auch deshalb super, weil du selbst dann noch wechseln und dich einer langsameren Gruppe anschließen kannst, die hinter dir startet, wenn du deine körperliche Verfassung falsch eingeschätzt hast. In der 3. und 4. Gruppe sollte das Ankommen im Ziel das Ziel sein, also lasst niemanden zurück. Zieht euch gegenseitig mit, achtet aufeinander, denn ihr kommt diesmal hierher, um euch gemeinsam zu bewegen. Und hoffentlich geht jeder mit einem Erfolgserlebnis nach Hause und erzielt im Vergleich zu sich selbst ein Ergebnis, bei dem er auf dem Heimweg zu sich sagen kann: „Mensch, verdammt, das hätte ich mir selbst nicht zugetraut …“ 

 

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