Gastroyal ist Betrug

Eines wollen wir ganz schnell klarstellen. Was Gastroyal behauptet und kommuniziert und wobei Renáta Tolvai und der von mir ansonsten geschätzte Győző Szabó mitwirken, ist schlicht ein bewusst inszenierter Medienbluff, eine im Grunde gut durchdachte manipulative Marketingkommunikation. Es stimmt nicht, dass Reni Tolvai in einem Monat zwei Kleidergrößen abgenommen hat, es stimmt nicht, dass Győző Szabó neun abgenommen hat, ganz zu schweigen von Padödö, und es ist unmöglich, dauerhaft sechs Kilo pro Woche abzunehmen - nur um die größten Bluffs zu nennen. Dieser Blog und mein Gewichtsverlust sind das beste Beispiel dafür, welche Anstrengungen, welche strenge Diät und welche Entbehrungen nötig sind, wenn man ein paar Kilo abnehmen will. Ich habe ja in zweieinhalb Monaten 13 Kilo abgenommen, aber nur dank einer knallharten Diät und sechs Trainingseinheiten pro Woche. Wer zum ersten Mal hier im Blog ist (willkommen, Anwälte von Gastroyal), kann gerne zurückblättern und Tag für Tag nachvollziehen, was nötig war, damit ich meine jetzige Figur erreiche und die überflüssigen Kilos loswerde. Ich wollte schon früher über den Betrug von Gastroyal schreiben, aber nur in ein paar Sätzen innerhalb der nächsten Budapestaurant Reihe. Dann bin ich über den Artikel von Velvet gestolpert, und das war der letzte Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte.

Hier gibt es verdammt große Betrügereien, und das Traurigste daran ist, dass ich glaube, dass eine Menge Leute das auch tatsächlich glauben. Das schreibt Tolvai, oder vielmehr diktieren ihr das die Marketingexperten von Gastroyal, und dann geben sie solche bezahlten Anzeigen als Artikel aus.
„Ich bekomme mein Essen von einem Club. Ich esse fünfmal am Tag, jede Menge Obst und Gemüse, aber auch Fleisch und Nudeln. Sie schmecken anders als das, was meine Mutter kocht, aber sie sind auch lecker“, erklärte Renáta Tolvai.
Was zum Teufel? Dass man fünfmal am Tag isst und Gemüse und Obst zu sich nimmt, ist ja noch in Ordnung. Fangen wir damit an, was für Fleisch es ist, denn wenn es kein mageres weißes Fleisch ist, ist das schon ein Reinfall. Aber der größte Witz ist, dass es unmöglich, ich wiederhole: UNMÖGLICH ist, innerhalb eines Monats zwei Kleidergrößen abzunehmen, wenn auch nur die kleinste Menge Nudeln im Speiseplan vorkommt - vor allem aber nicht mit den Gerichten, die Gastroyal anbietet. Und wie viel ist eine Kleidergröße? … Je nach Körperbau 6-10 kg. Bei Reni rechnen wir mit dem unteren Wert und setzen 7 kg pro Kleidergröße an. Das bedeutet, dass Tolvai in einem Monat 14 kg abgenommen hat, obwohl sie Nudeln gegessen und sich nebenbei überhaupt nicht bewegt hat, denn davon berichten die Nachrichten. Und dann fügt sie dem Ganzen noch den Satz hinzu, für den man schon früher angefangen hat, Holz für den Scheiterhaufen zu sammeln: „Sie schmecken anders als das, was meine Mama macht, aber sie sind auch lecker.“ Ich flehe euch an, Mädels - und vor allem euch Mädels, denn ich weiß, dass ihr euch jetzt daran festhalten wollt, dass es ja auch so gehen könnte. NEIN, VERDAMMT NOCH MAL, DAS GEHT NICHT. Es gibt keine höhere Macht, durch die du unter solchen Umständen in einem Monat 12 kg abnimmst, ganz besonders nicht mit dem Essen, das sie Reni angeblich vorsetzen.
Machen wir weiter und sehen uns an, was das für Gerichte sind, denn die krassesten Sachen kommen erst jetzt, denn Gastroyal wirbt außerdem damit, dass man mit ihren Mahlzeiten PRO WOCHE 3-6 kg abnehmen kann. Schauen wir uns doch mal an, was das für Gerichte sind, die diese Veränderung versprechen. Dazu muss ich sagen, dass dies die ausgewählten Gerichte aus ihrer Best-of-Fettverbrenner-Speisekarte sind. Unter anderem isst Reni genau diese Sachen.

Tolle Karriere. Ich meine ernsthaft, das ist einfach unglaublich, denn das ist meiner Meinung nach genauso unverschämter Schwachsinn wie die Heilmethoden von BpTv. Ich sitze hier am Rechner, lese die „Diät“-Speisekarte von Gastroyal und kann einfach nichts schreiben, weil das schon eine Stufe ist, für die es keine passenden Worte gibt. Sie versprechen 3-6 kg Gewichtsverlust pro Woche mit einem Ernährungsplan, bei dem es zum Nachmittagsimbiss Vanille-Quark-Pfannkuchen mit Erdbeersoße, Somlauer Nockerln und Brotpudding gibt. Ach so, davor steht ja das Wort FETTVERBRENNER. Na, dann ist ja alles in Ordnung. Heiliger verfickter Gott. Zwei Dinge machen mich wirklich traurig. Das eine ist, dass Szabó Győző seinen Namen dafür hergibt, dessen Arbeit und Talent ich wohl niemandem vorstellen muss, und Tolvai Reni, mit der man ja ein paar Sachen verkaufen kann, da sie als Siegerin die einzige brauchbare Marke von Tv2 ist. Das andere ist, dass ziemlich viele Leute diese Abnehmgeschichte ohne nachzudenken glauben werden, weil sie glauben wollen, und leider kenne ich schon eine Frau (wer sonst), die eine Gastroyal-Turbo-Diät macht. Wieder mal die Hoffnung auf ein Wunder und alles, nur kein Training und keine strenge Diät.

Diese Speisekarte ist geradezu unglaublich. Pizzastücke mit vier Käsesorten, darunter zwei Sorten, von denen es gar keine fettarme Variante gibt, paniertes !!! Fleisch, Soßen, Nockerln, Bacon (verdammt), Salami und Brimsennockerln, aber natürlich steht davor das Wörtchen ZUM FETTVERBRENNEN. Nach derselben Logik könnten sie alles Mögliche anbieten, denn sie müssen nur das Zauberwort davor setzen, und schon wird aus SCHWEINESCHMALZ MIT ROTER ZWIEBEL und ZUM FETTVERBRENNEN WEISSBROT ein Diätessen. Lächerlich. Aber ich will nicht nur darüber schwafeln, wie beschissen das alles ist, sondern auch ein paar Zahlen nennen, damit ihr seht, wie sehr Gastroyal blufft und wie unvertretbar und unerfüllbar das ist, was das Unternehmen behauptet oder seinen Werbegesichtern in den Mund legt.
Um ein Kilo Fett abzunehmen, musst du zusätzlich zu den täglich aufgenommenen Mahlzeiten 9.000, also neuntausend Kalorien verbrennen. Damit es also jeder Autist versteht: Der tägliche Energiebedarf einer durchschnittlichen Frau liegt bei 1.800 Kalorien. Um eine DAUERHAFTE Gewichtsabnahme zu erreichen, müssen wir 15-20 % unter diesem Wert bleiben, also täglich 1.400-1.500 Kalorien zu uns nehmen. Dieses Defizit von 300 Kalorien sorgt für die Gewichtsabnahme, zusätzlich zu dem, was wir durch Sport verbrennen können. Und davon brauchen wir jetzt 9.000, und das ist immer noch nur ein einziges Kilo. Dank der anfänglichen kohlenhydratfreien, also KOHLENHYDRATFREIEN Ernährung, eiweißreicher Lebensmittel und einer täglichen Flüssigkeitszufuhr von 3-5 Litern ist es in den ersten 7-12 Tagen möglich, radikal abzunehmen, sogar 4-8 kg, wie ihr bei mir in der Zusammenfassung der ersten Woche sehen konntet, denn in dieser Zeit scheidet der Körper überschüssiges Wasser aus. Ich weiß nicht, ob ich das verständlich formuliert habe. Der größte Teil des anfänglichen starken Gewichtsverlusts ist also kein Fett, sondern Wasser. Erst wenn wir das überschüssige Wasser ausgeschieden haben, kommt das Prinzip ins Spiel, dass eine Kalorienreduktion um 9.000 Kalorien zu -1 kg führt. Um diese 9.000 Kalorien einzusparen, muss man sich sehr strikt an eine Diät halten. Die von Gastroyal angebotenen Mahlzeiten eignen sich dafür nicht im Geringsten, denn sie passen nicht nur nicht in eine strenge Diät, sondern meiner Überzeugung nach nicht einmal in eine normale Diät. Denn was soll das heißen: Pizzateig, fetter Käse, Somlauer Nockerln, Schichtauflauf, Fleisch paniert zubereitet – aber der größte geistige Totalausfall, und jetzt haltet euch fest, ist nichts anderes als CHIPS ZUM FETTVERBRENNEN !!!!!!!! Was Gastroyal macht und bewirbt, erfüllt meiner Meinung nach bei Weitem den Tatbestand der vorsätzlichen Täuschung und des Betrugs.
Sehen wir uns Renis Gewichtsverlust um zwei Kleidergrößen genauer an und schauen wir, was das in Zahlen bedeutet. Nehmen wir an, sie hat in den ersten 12 Tagen Flüssigkeit im Umfang von 6 kg verloren, was sie der kohlenhydratfreien Ernährung zu verdanken hat. Schon hier scheitert die Sache, denn diese Ernährung ist alles, nur nicht kohlenhydratfrei. Die restlichen 8 kg musste sie an Körperfett verlieren. Das heißt: Wenn 1 kg Körperfett 9.000 Kalorien entspricht, dann sind 8 kg 72.000 !!!!! kcal. Versteht ihr jetzt, wovon ich spreche? Unmöglich. Niemand schafft das, es ist körperlich unmöglich, denn das bedeutet, dass sie in den verbleibenden 18 Tagen gar nichts isst und zusätzlich täglich durch Training 1.000 Kalorien verbrennt. Selbst dann könnte sie nicht einmal die Hälfte abnehmen, um die 14 kg weniger zu erreichen. Wenn ich 10 km laufe und dabei bis zur Budaer Burg hinauflaufe, verbrenne ich 800 bis 900 Kalorien. Und das gehört nun wirklich nicht zu den leichten Trainingseinheiten. Worüber reden wir hier eigentlich?
Für die professionelle Kommunikation, die Werbung, die gut ausgewählten Gesichter von Gastroyal und die Arbeit des Marketingteams, das Luftschlösser baut, gebührt ihnen allerdings Anerkennung. Aus PR-Sicht ist das, was sie aufgebaut haben, nahezu perfekt. Es ist nur sehr schade, dass dahinter keinerlei Inhalt steckt und das Ganze schon beim kleinsten Lüftchen zusammenbrechen kann, weil es keinerlei Grundlage hat. Schade, denn mit so viel investiertem Geld, Zeit und Energie hätten sie auch einen wirklich gesunden und fettverbrennenden Speiseplan erstellen können. Allerdings wäre dafür wohl nicht unbedingt Nachfrage da gewesen, denn wer würde schon Magerquark, gedünstetes Gemüse und Salat ohne jegliches Dressing bestellen?
Der Betrug von Gastroyal stört natürlich nicht nur mich, sondern auch die sogenannte Fachwelt. Diätassistenten, Ernährungs- und Lebensstilberater sowie Personal Trainer sind sich einig mit dem, was ich hier geschrieben habe. Zum Schluss sei noch eine lässige Strafe von 10 Millionen erwähnt, die die ungarische Wettbewerbsbehörde gegen Gastroyal verhängt hat. Auch ihr ist die verantwortungslose Geschäftspolitik, Preisgestaltung und die unbegründeten Versprechen von Gastroyal in Bezug auf Gewichtsverlust schon mehr als einmal aufgefallen. Ich würde dafür allerdings eher die Worte bewusster Betrug und Täuschung verwenden. Wer sich dafür interessiert, kann hier klicken und den vollständigen Bericht lesen. Auf jeden Fall möchte ich alle auf den letzten Satz des ersten Absatzes aufmerksam machen.

Der 11. April ist der Tag der Poesie. Zu diesem Anlass möchte ich mit diesem Video den großen Dichtern die Ehre erweisen und ihrer gedenken, ohne natürlich Attila József und Zoltán Latinovits zu vergessen, und so zur Unsterblichkeit von Literatur und Poesie beitragen...

