Danis Bericht über den Job in Deutschland...
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Wenn du normalerweise etwas Wichtiges anfängst und dich ganz darauf konzentrierst, kommt garantiert etwas dazwischen und du kannst deinen ursprünglichen Plan nicht zu 100 % umsetzen. Denn es kommt eine Krankheit dazwischen oder ein Problem in der Familie oder bei der Arbeit, vielleicht bekommst du finanzielle Schwierigkeiten oder ein anderer Störfaktor kommt ins Spiel. Bei mir kam die Arbeit meinem Lebenswandel gleich in der ersten Phase in die Quere: Ich muss drei Tage im Ausland verbringen. Eine Geschäftsreise. Schon eine Woche vorher begann ich mir Gedanken zu machen: Was jetzt? Ich will meinen Plan weder abbrechen noch pausieren, denn sonst kann sich das Ganze auf unbestimmte Zeit hinziehen. Das ist wie ein Seiltänzer im Zirkus: Er muss nur einmal ins Wanken geraten, und in neun von zehn Fällen fällt er bestimmt herunter und alles ist vorbei. Von da an ist es fast unmöglich, wieder zurückzukommen. Oder du kommst gar nicht zurück, sondern fängst von vorn an, aber dann kann wieder etwas dazwischenkommen. Ich wusste also, dass ich drei Tage lang die Arschkarte gezogen haben würde: Ich würde aus meinen bereits bewährten täglichen Routinen herausgerissen werden, was sowohl das Essen als auch das Training angeht. Seit ich dieses Projekt zur Lebensstiländerung begonnen und feste Routinen in meinen Alltag gebracht habe, ist mir aufgefallen, dass ich mit unerwarteten Situationen schlechter umgehen kann. Dabei habe ich früher davon gelebt. Aber jetzt? Ein paar Mal habe ich mich schon wegen Kleinigkeiten aufgeregt, obwohl mir im Nachhinein klar wurde, dass das alles Unsinn war.
Auch jetzt ging mir das durch den Kopf: Wie werde ich das schaffen? Schließlich werde ich meine Ernährung bestimmt nicht einhalten können, und vor dem Training habe ich auch Angst, weil ich keine Zeit dafür haben werde. Oder wer weiß? Vielleicht habe ich nicht einmal die Möglichkeit dazu, weil der Ort, an den ich reise, kein Fitnessstudio hat. Hanteln nehme ich aus zwei Gründen nicht mit:
1. Ich bin nicht zu Hause.
2. Übergewicht wird im Flugzeug streng bestraft.
Aber ich habe keine andere Wahl, Pflicht ist Pflicht. Höchstens fingers crossed und mal sehen, was passiert. Dann habe ich mit Bence besprochen, was ich essen darf und was nicht – er hat mir nicht viel Neues gesagt, aber zur Bestätigung war es genau richtig. Das brauchte ich. Ein bisschen Hoffnung kam zurück. Also war ich an meinem ersten Tag im Ausland bis zum Mittagessen noch gut dabei, weil ich zu Hause gefrühstückt und im Zielland meinen Vormittagssnack gegessen hatte. Zum Mittagessen gab es einen Proteinshake, weil nichts geöffnet hatte (so etwas habe ich auch noch nie erlebt, und das Hotelrestaurant war ebenfalls geschlossen!), zum Abendessen einen leichten Salat. Der war allerdings wirklich gut. Da mein erster Tag fast zur Hälfte frei war – ich war früher angekommen als nötig –, ging ich in der Gegend eine Runde laufen. Das tat richtig gut. Das Wetter war auch schön. Am zweiten Tag fingen die Komplikationen an: Das Frühstück war in Ordnung: Überraschenderweise konnte ich alles essen, was auf dem Plan stand. Sogar den Vormittagssnack bekam ich hin. Das Mittagessen war allerdings nicht so glücklich gewählt: Brokkoli-Cremesuppe, Nudeln mit Gemüse und Dessert. Aha … Na gut. Da kann man nichts machen. Damit die Kollegen mich nicht für bescheuert hielten und wir auch keine längere Diskussion über dieses Thema anfangen mussten, aß ich vier halbe Löffel Suppe. Aus den Nudeln aß ich das Gemüse heraus und ließ die Nudeln liegen (da sah mich schon der Kellner komisch an und fragte sich wohl, warum mir sein Essen nicht schmeckte?!). Das Dessert bestellte ich gar nicht erst. Dafür trank ich sehr viel Wasser. Das macht auch satt! :)

Das Abendessen wurde zum Event: Wir gingen mit 20 Kollegen in ein anderes Restaurant – keine Chance, dass ich das auslasse, aber irgendwie musste ich es hinkriegen, keinen Steak zu essen ... Auch hier gelang es mir, Salat zu bestellen – ich hatte Glück, dass mein Kollege gegenüber dasselbe bestellt hatte, also redeten wir darüber, wie verdammt gesund wir uns ernähren! :) Dazu ein Liter Wasser. Danach gingen wir noch in die Stadt, um ein bisschen spazieren zu gehen und etwas zu trinken. Natürlich trank ich wieder nur Wasser. Überall wurde mir Bier aufgedrängt, aber ich sagte nur: Nein, danke. Ich trinke keinen Alkohol. Es gibt zwei Möglichkeiten:
1. Oder sie denken, was für ein anständiger Kerl: Er trinkt nicht mal Alkohol und lebt gesund.
2. Oder sie denken, was für ein Streber!
Aber es ist mir egal, was sie denken. Auch am zweiten Tag habe ich das Training nicht ausgelassen, aber diesmal hatte ich Glück: Wir sollten pünktlich zum Abendessen gehen, aber es gelang uns fünf, mit den anderen auszumachen, dass wir eine halbe Stunde später gehen würden. So hatte ich genau eine halbe Stunde Zeit, um eine gute Runde zu laufen. Ich konnte nicht so lange laufen wie am Vortag, aber immerhin habe ich es geschafft.
Es hat sich gut angefühlt!
Am 3. Tag gab es kein Training. Einerseits war Ruhetag, andererseits war ich von morgens 7 bis abends 11 Uhr durchgehend beschäftigt. Es hat zeitlich einfach nicht gepasst. Aber mit dem Essen war es genauso beschissen wie an den beiden Tagen zuvor. Es fühlt sich nicht gut an, wenn man sieht, wie alle um einen herum die leckersten Sachen essen und man selbst Salat in sich hineinstopft. Doch jedes Mal, wenn es mir gelingt, mich zu beherrschen, stärkt mich das innerlich: Jawohl! Auch das habe ich geschafft und bin nicht schwach geworden!
Also kann alles Mögliche dazwischenkommen, alles Mögliche kann deinen Plan durchkreuzen, aber du musst wissen: Es gibt immer eine Alternative, man muss sie nur finden!
