Du bist allein ...

Spontan fällt mir im Leben nichts Schwierigeres und Aussichtslosereres ein, als eine Frau davon zu überzeugen, dass sie weder Hilfe noch Unterstützung braucht und ihr Leben, ihre Gedanken und Handlungen nicht von anderen abhängig machen sollte - und vor allem nicht ihr Programm zur Änderung des Lebensstils. Sie sollte niemals anderen gefallen wollen oder, noch schlimmer, wegen anderer mit irgendetwas anfangen, denn wenn du es nicht für dich selbst und vor allem nicht dir zuliebe tust, wirst du es nicht durchziehen können. Das ist ein schwieriges Unterfangen, denn eine Frau kann nur an der Seite eines Mannes wirklich glücklich sein und ein erfülltes Leben führen - selbst wenn wir von der lesbischen Präsidentin der feministischen Weltorganisation sprechen. Eine Frau ohne Rückhalt ist wie eine Mutter ohne Kind. Wenn ich Frauen mit drei Worten beschreiben sollte, wären es Zweifel, Unsicherheit und Komplexe. Diese drei Worte treffen auf jede Frau zu, unabhängig von gesellschaftlichem Rang und Erziehung. Natürlich treffen diese Eigenschaften genauso auf die Männerwelt zu, nur gibt es bei den Maßstäben doch gewisse Unterschiede.
Zweifel … an uns selbst, unseren Grenzen, der Zukunft unserer Beziehung, aber vor allem an unserer Existenz. Von Zeit zu Zeit überschreiben wir sie zwar mit dem Gedanken, dass wir durch unsere Arbeit dennoch wichtige Bausteine unserer Gesellschaft sind und unseren Teil zur gemeinsamen Lastenverteilung beitragen, aber leider sieht die Realität, die nackte, ideologiefreie Realität, ganz anders aus. Wir sind schwache Menschen, die keine Antworten auf die Fragen finden, die unser Leben bestimmen. Eine Weile versuchen wir zwar, eine Lösung zu finden, doch wenn wir keine Antworten auf unsere Fragen bekommen, die Zusammenhänge und die Welt nicht verstehen, drehen wir verdammt noch mal durch. Die unerträgliche Leichtigkeit unserer Existenz erdrückt uns, und die meisten Menschen können diesen Druck nicht mehr ertragen. Manche flüchten sich in die Arbeit oder in Drogen, fangen an zu rauchen, zu wetten, zu saufen, zu huren oder zu fressen - ganz egal, was, Hauptsache, wir spüren wenigstens für ein paar Minuten, dass wir leben. Andere schließen sich einer Gruppierung namens Religion an, weil sie glauben, dort sicherer zu sein. Unser Hobby, unser Geld, unser Auto, unsere vermeintliche Wahrheit - je nachdem, in welchen Sand man am liebsten den Kopf stecken möchte. Das sind Fluchtwege und Rettungswesten fürs Leben. Die Abhängigkeit, das Festhalten an Vertrautem, das Netz, von dem wir glauben, es schütze uns und gebe uns Sicherheit - oder zumindest die perfekte Illusion davon....
Wir versuchen, Großes zu leisten, weil wir glauben, dass wir dazu fähig sind, dann wollen wir nach einer Weile nur noch über Wasser bleiben, und schließlich nur noch in Ruhe gelassen werden. Wir alle waren einmal jung und unbeschwert, aber als wir merkten, dass etwas schieflief, ja sogar völlig aus dem Ruder lief, fanden wir uns in der Entgiftungsstation der Suchtklinik des Krankenhauses in der Nyírő-Gyula-Straße wieder, weil wir dachten, dass ... obwohl es nicht so war. Aber immerhin versuchen wir es und scheitern unzählige Male, bis wir irgendwann erkennen, dass wir uns nur und ausschließlich auf uns selbst verlassen können.

Wir sind allein, und nur weil viele Menschen um uns herum T-Shirts mit der Aufschrift „Freunde“ und „Familie“ tragen, sind wir trotzdem allein. In einer verdammt großen Halle sind wir allein mit unseren Sorgen, und so laut wir auch um Hilfe schreien, wenn es außer uns niemand hört oder niemand hören will, hilft es nichts. Freunde können uns noch so nahestehen und wir können für sie durchs Feuer gehen, doch unser Fortkommen und unsere berufliche Entwicklung können wir nicht von ihnen erwarten. Früher dachte auch ich, dass Freunde über allem stehen. Ich hätte alles für sie getan, ihretwegen bin ich aus England zurückgekommen, aber irgendwann musste ich einsehen, dass man nicht ein ganzes Leben am Balatonufer mit Biertrinken verbringen kann. Mit unseren Problemen sind wir allein. Entweder lösen wir sie selbst, oder wenn wir dazu nicht fähig sind, können wir genauso gut auf der nächsten Baustelle in einen Betonmischer springen und uns ein Leben voller Leid ersparen, in dem wir uns auf andere verlassen und darauf warten, voranzukommen und ein erfülltes Leben zu führen.
Wir sind allein in einem dunklen Raum und klammern uns an den ersten Gegenstand, von dem wir uns Sicherheit versprechen, obwohl wir vielleicht auch den Lichtschalter finden würden, wenn wir weitergingen. Ich habe meinen Glauben mit 10 Jahren verloren, genauso wie vor ein paar Jahren eine Frau, deshalb bin ich weder von irgendeinem Gott noch von einer einzigen Frau abhängig. Ich habe mit dem Rauchen und dem Glücksspiel aufgehört, und meine Freunde können sich bis heute auf mich verlassen, aber wir sind nicht mehr 19 und das habe ich akzeptiert. Ich bemühe mich, mein Leben von allem und jedem unabhängig zu machen, denn es kann ziemlich beschissen sein, wenn einem der Hocker weggezogen wird, ohne den man glaubt, nicht existieren zu können. Anfang 2009 habe ich alles verloren. Wegen eines Geschäfts haben wir mehrere Millionen Forint verloren, dadurch verlor ich einen Jugendfreund und eine Frau, mit der ich mein Leben verbringen wollte. Habe ich gejammert? Du Idiot, ich wäre fast daran gestorben, aber ich bin wieder aufgestanden, und zwei Jahre nach den Ereignissen gebe ich nun über einen Blog Hunderten von Menschen Kraft, wodurch sich ihr Leben und ihre Einstellung zu einem gesunden Lebensstil verändern.
Hat dir jemand geholfen? Alle wollten, aber niemand konnte. In solchen Momenten gibt es keine Worte, und selbst wenn es welche gibt, bewirken sie überhaupt nichts. Entweder raffst du dich auf und stehst vom Boden auf, ohne von irgendjemandem Hilfe zu erwarten, so schwer es auch sein mag, oder du bist erledigt. Wenn du das nicht tust, wird dein Sozialleben und deine Lebensqualität so viele Lebenszeichen von sich geben wie ein Toter, dessen Nägel noch wachsen.

Mit diesem Beispiel und dem Ende meiner emotionalen Ergüsse, die niemanden interessieren, sind wir bei einem der wesentlichen Punkte des Beitrags angekommen. Im Leben hilft dir auch niemand, und bei deiner Lebensumstellung und deiner Diät wird dir ebenfalls niemand helfen. Du brauchst keine Trainingspartner und auch keine Freundinnen, mit denen du laufen gehst, und du brauchst auch nicht dieses Selbstmitleidsgequatsche, das ich übrigens täglich in Nachrichten bekomme. „Ich würde ja trainieren gehen und würde es auch gern, aber allein geht es nicht, weil es so langweilig ist.“ Aha … Aber mal im Ernst: Wen interessiert's, dass du es langweilig findest? Wenn du eine schöne Figur und einen durchtrainierten Körper willst, hat das seinen Preis, und wie ich schon erwähnt habe, kann man hier nicht bluffen. Laufen, Schwimmen, Radfahren, Fitnessstudio, Diät, Verzicht, ein diszipliniertes Leben. So ist das. Wer etwas will, muss etwas dafür tun.
Du läufst allein, trainierst allein, lebst für dich. Alles, was du im Leben erreicht hast, hast du allein erreicht und dir selbst zu verdanken. Wenn du einen Scheiß erreicht hast, dann hast du das auch dir selbst zu verdanken, und niemand sonst ist schuld. Genauso wie du es dir selbst zu verdanken hast, wenn du gerade aus den Wolken auf die Stadt runterpisst, weil du so ein erfolgreicher Mensch geworden bist. Auch bei der Arbeit erwartest du deine Beförderung nicht von anderen, sondern arbeitest dafür. Warum sollte das beim Training anders sein? Allein laufen ist langweilig? Hör dabei Musik und denk über dein Leben nach, deine Arbeit, die letzten paar Jahre, die fünf vor dir oder deine Beziehungen. Es wird einiges geben, das du ändern kannst, ich habe keine Angst, dass dem nicht so ist. In unserem hektischen Stadtleben ist Laufen das Einzige, ich wiederhole, das Einzige, wobei du wirklich frei sein kannst. Nur du und deine Gedanken.
Petra schickt mir gestern eine SMS und sagt, ich würde sie nicht genug unterstützen und wäre nicht für sie da, wenn sie mich brauche, und sie mache das nur noch meinetwegen, aber trotzdem sei sie mir egal. Ich sage zu ihr: „Schätzchen, dein Programm ist in wenigen Tagen vorbei. Und wenn es vorbei ist, glaubst du, dass ich dann immer noch an deiner Seite sein werde? Du veränderst dich nicht für mich, sondern für dich selbst. Nicht ich habe an deiner Stelle die 11 Kilo abgenommen, sondern du, und du hast nicht meinetwegen deinen Lebensstil geändert, sondern weil dein altes Leben in dieser Form unerträglich erbärmlich war.“ Ich habe Petra noch nie so schwach und verletzlich gesehen wie gestern. Nicht, dass es mich interessiert hätte, denn sie muss es lernen, so wie ihr alle es lernen müsst. Jeder lebt für sich selbst, und es gibt keine Stütze. Ihr habt euch selbst, und damit ist die Liste auch schon zu Ende. Wenn ihr eine helfende Hand braucht, sucht eure eigenen Hände, denn die werden euch helfen, und an denen müsst ihr euch dann festhalten.

Das Programm
Nun steht also der Entschluss fest, dein Leben zu verändern. Es ist schon schrecklich, sich vorzustellen, in was für einem beschissenen Zustand du gerade sein musst. Selbstwertgefühl gleich null, Selbstvertrauen noch weniger, und gut möglich, dass du nur die hässliche Freundin deiner Freundin bist, also das Mädchen, das sie nur deshalb dabeihat, weil sie neben dir noch hübsch aussieht. Dass du an dem Punkt angekommen bist, an dem du dein jetziges Leben ändern willst, bedeutet außerdem, dass du in letzter Zeit immer tiefer gesunken bist, ohne es überhaupt zu merken, denn so viel Übergewicht kommt nicht in nur einer Woche zustande. Was ist passiert? Eine Beziehung, die dich kaputtgemacht hat und in der du dich nicht mehr weiblich genug fühlst? Probleme bei der Arbeit? Oder bist du einfach nur charakterlich schwach? Eigentlich ist das völlig egal, denn ob du ein mehrwöchiges Programm durchziehst, wird deine Einstellung zum Leben perfekt widerspiegeln. Der Körper ist nebensächlich, den kann man wieder in Form bringen, aber das, was in einem steckt, meistens nicht oder nur sehr schwer. Das wird ein großartiger Test der Selbsterkenntnis für alle, die dieses Programm anfangen, denn dabei wird sich einiges über dich herausstellen. Wie viel mentale und innere Stärke steckt in dir, wie viel Durchhaltevermögen hast du, kannst du der Belastung auch mental standhalten? Denn dein Sport und deine Einstellung zum Training werden das ganz deutlich zeigen. Nicht ohne Grund zählen Sportler bei uns zu den angesehenen und wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft. Als Menschen leisten sie etwas, das sie aus der Masse hervorhebt.
In der letzten Castingrunde für das Summerproject habe ich einen Fitnesstest durchgeführt, weil ich sehen wollte, wie die Bewerber auf Belastung reagieren. Beim Casting kann man alles Mögliche erzählen und mit völlig unbewegter Miene etwas vortäuschen, womit man überhaupt nichts zu tun hat. Aber auf dem Platz gibt es kein Rumgealbere, da zeigt sich, was in einem steckt. Wir haben vier Jungs zurückgerufen und einen knapp einstündigen Fitnesstest durchgeführt. Da war ein kleiner Kerl, der verdammt gerne wollte, aber körperlich nicht dafür geeignet war. Er gab alles und hörte wirklich erst auf, als ich ihm sagte, er solle aufhören, weil ich sah, dass es übel für ihn werden würde. Deshalb schied er aus. Dann war da ein Typ, der sich zwischen jeder Übung auf den Boden legte und den man wieder aufrappeln musste. Er war nicht erschöpft, sondern hatte einfach die Schnauze voll von der ganzen Sache. Natürlich war auch er raus. Am Ende blieben zwei Jungs übrig, die das Ganze ohne Diva-Allüren und Gejammer durchzogen. Aus ihnen wurde der Darsteller ausgewählt, so weiß ich jetzt, was ich auch später von ihm erwarten kann.
Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Strecke zu laufen. Wenn wir 100 Menschen dabei beobachten würden, wie sie die Strecke laufen, würden wir 100 verschiedene Laufstile sehen. Manche würden nach 1-2 km aufgeben, aber im Leben würden sie auch vor den ersten Hindernissen, die sich ihnen in den Weg stellen, nicht anders handeln. Manche würden sehr schnell loslegen und am Ende einfach keine Kraft mehr haben. Sie sind typische Fälle von „mehr Schein als Sein“, von denen wir glauben, dass sie es schaffen, aber früher oder später stellt sich immer heraus, dass dem nicht so ist. Dann gäbe es noch die, die sich langsam aufwärmen, am Ende aber zu den größten Gegnern gehören. Manche laufen die ganze Strecke gleichmäßig, während andere versuchen würden, sie abzukürzen. Jeder einzelne würde die Strecke so bewältigen, wie er auch in allen anderen Lebensbereichen auf Situationen und Lebensumstände reagieren würde. Mit den Mitteln und auf den Wegen, die seinem Charakter oder seinen Fähigkeiten entsprechen und die er auch im Leben wählen würde. Und das hat längst nicht nur mit Fitness zu tun, denn vielleicht bin ich völlig untrainiert, aber wenn ich 5 km laufen muss, weil das meine Aufgabe ist, dann werde ich sie laufen, wenn ich so jemand bin, auch wenn es mir keinen Spaß macht. Ich ziehe es durch und sterbe am Ende stolz.
Diese kleinen Momente unterscheiden hochwertige Menschen von minderwertigen. Der Kampf, Schmerzen auszuhalten und eine Aufgabe anständig zu erledigen. Wir müssen uns selbst übertreffen, und unsere Belohnung wird nicht ausbleiben. Ein Flirt, ein Lächeln oder ein anerkennender Blick, ein Spiegelbild oder der erste große Schritt auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Deshalb machen wir den ganzen Scheiß und deshalb sind wir hier.
Das Programm, mit dem du Schritt für Schritt deinen Lebensstil ändern kannst, wenn du dich daran hältst. Befolge die Punkte genau und vergiss nie, warum du das machst.
Das Programm sieht also wie folgt aus….

