Du bist fällig.

Te kellesz

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde ich unzählige Male zu verschiedenen Veranstaltungen und Marketingkonferenzen eingeladen. Die FIVOSZ hat mich etwa fünfmal eingeladen, ebenso die Universitäten und noch jede Menge anderer wer weiß was für Organisationen, damit ich einen Vortrag halte, inspiriere oder einfach erzähle, wie ich es gemacht habe und wie ich aus dem Nichts zum Leiter eines milliardenschweren Unternehmens wurde.

Ich bin nie zu solchen Veranstaltungen gegangen, weil ich keinen Sinn darin sah. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ich dort hineingehe und in 45 Minuten oder sogar 2 Stunden alles erzähle, was nötig ist, damit jemand ein erfolgreicher Unternehmer wird. Ich sah keinen Sinn darin, denn so funktioniert das nicht, dass dir jemand etwas erklärt und du es von da an weißt. Hier geht es um Fähigkeiten, Gespür, Menschenkenntnis und nicht zuletzt um den Glauben an dich selbst, Vertrauen in dich selbst und angeborene Fähigkeiten.

Die Gesamtheit der oben genannten Faktoren ist nicht greifbar, nicht definierbar und lässt sich nicht aus Lehrbüchern lernen. Und auf LifeTILT trifft das erst recht zu, denn LifeTILT ist eine Love Brand, die auf einer Person aufbaut. LifeTILT ist der Ausdruck der Gefühle und Instinkte eines bestimmten Menschen. Und das sollst du jetzt in 50 Minuten für Fremde zusammenfassen, die von dir ein Wunder, das Geheimnis oder was auch immer erwarten - aber ganz sicher irgendetwas, denn schließlich wären sie sonst nicht dort gewesen.

Ich glaube auch deshalb nicht an Konferenzen, weil ich nie auf einer war. Ich habe nichts über Marketing gelernt, in meinem Leben noch nie ein Buch über Führungstheorie oder Unternehmensführung in der Hand gehabt, weiß nicht, was Marketingmanagement ist, und selbst wenn man mich umbringen würde, könnte ich kein einziges Marketing-Fachwort nennen. Deshalb versuche ich gar nicht erst aufzuzählen, womit ich mich nicht beschäftigt habe. 

Ich habe keine fachliche Vorbildung, nur Visionen. In meinem Kopf gibt es eine Welt, die nichts mit der Realität oder Zahlen zu tun hat - und zwar so sehr, dass wir jetzt in 12 Ländern Märkte erschließen und die Frau, die das Ganze leitet, mich um einen Marketingplan gebeten hat. Darauf habe ich geantwortet, dass es keinen gibt: Sie soll es einfach umsetzen, und wenn es fertig ist, werde ich schon wissen, was ich tun muss. 

Na ja, das beschreibt ziemlich perfekt, wie ich den ungarischen Markt aufgebaut habe. Ich wusste immer, was ich tun musste, und mich hat nichts interessiert. Ich habe auf niemanden gehört, sondern einfach das getan, was ich für den richtigen Weg hielt. Bis heute mache ich es so, und ich habe es schon immer so gemacht. 

Den großen Geheimtipp kann ich nicht verraten, deshalb schreibe ich lieber die wichtigsten Schwerpunkte auf, die du mitbringen musst, wenn du irgendwann einmal ein Unternehmen gründen möchtest. 

Geh nach Gefühl

Alles, was ich getan habe, habe ich aus dem Bauch heraus und mit dem Herzen getan. Ich wollte Gutes tun, ich wollte helfen, und wenn ich mir bei etwas nicht sicher war, habe ich einfach auf mein Herz gehört. Ich glaubte an das, was ich tat, und es war mir egal, wer was über mich sagte oder dachte. 

Das ist die allererste Phase des Unternehmerdaseins: wenn du mit etwas anfängst, das du bisher noch nicht gemacht hast. Dein Umfeld hört dir anfangs schmunzelnd zu, dann kommen die klugen Ratschläge, die Versuche, es dir auszureden, und die Gegenargumente. Und wenn sie sehen, dass du immer noch weitermachst, kommen die Verunsicherung und die Behinderungen. 

Es ist völlig egal, womit du anfängst: Wenn du etwas anderes machst, als man es bisher von dir gewohnt ist, wenn du etwas Neues willst, werden die Leute erstens nie verstehen, warum du es tust, und zweitens haben sie immer Angst vor Neuem. Wenn du anfängst, es durchziehst und den Mut dazu hast, hältst du vielen Menschen einen Spiegel vor, und in diesem Spiegel werden sie sich selbst sehen. Sie werden ihr Ich sehen, das sich nicht getraut hat, diesen Schritt zu wagen, das nicht genug Mut hatte oder hat, es zu tun, oder einfach zu schwach ist, um ins Ungewisse zu springen und etwas zu riskieren. Und wenn sie es nicht können oder sich nicht trauen, dann soll es auch niemand anderes können oder wagen. Wenn es bei ihnen nicht geklappt hat, soll es bei anderen auch nicht klappen. 

Der erste Schritt bei deinem Unternehmen ist also, niemals auf irgendjemanden zu hören. Nicht auf deine Eltern, nicht auf deine Freunde und schon gar nicht auf irgendwelche fremden, besserwisserischen Arschlöcher - ganz egal, was sie sagen. Wenn du daran glaubst, was auch immer es ist, und dich dafür einsetzt, ist es egal, was irgendein Idiot im Hintergrund faselt, denn das ist irrelevant. Es ist dein Leben, deine Entscheidung, und du hast etwas, das andere nicht haben und auch nicht haben können. Du hast dein eigenes Herz, das nur du spürst und von dem du niemals enttäuscht wirst. 

Wenn du nicht aus dem Bauch heraus handeln und Entscheidungen treffen kannst, dann fang gar nicht erst damit an, denn du bist zum Scheitern verurteilt. Wenn du nicht auf dein Herz hören kannst, vertraust du dir selbst nicht. Und wenn dein Glaube an dich selbst nicht stark ist, wird dich das Geschäftsleben einfach hinwegfegen, als wärst du nie da gewesen. Wenn du nicht an dich selbst glaubst, glaubst du auch nicht an das, wofür du stehst. Wenn du ein Produkt vertreibst, bist auch du selbst darin enthalten. Jedes Unternehmen ist wie seine Führungskraft. Wenn du ein Unternehmen gründest und so ein erbärmlicher Schwächling ohne Selbstvertrauen bist, der nicht einmal sicher ist, wofür er steht, aber vor allem an seinen eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen zweifelt, dann lass den ganzen Scheiß wirklich sein. 

Gib es frei

Jeder denkt, besonders wenn er ein eigenes Unternehmen hat, dass niemand etwas besser machen kann als er selbst. Genauer gesagt denken das nur unerfahrene Unternehmer und  Idioten. Solange das Unternehmen nur ein paar Leute beschäftigt, kann das vielleicht noch funktionieren. Aber ab einem bestimmten Punkt musst du entweder den Bereich anderen überlassen, oder du wirst völlig zusammenbrechen. Und auch in dem, worin du gut bist, worauf du dich wirklich verstehst und was niemand besser machen könnte als du, wirst du schlecht sein. Auch ich bin in diese Falle getappt und dachte, ich müsste mich überall einmischen. Dann hat mich das Leben wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Nach schockierenden Burn-outs und völligen Zusammenbrüchen habe ich gelernt, dass ich nicht alles kontrollieren kann. 

Ich muss mich mit dem beschäftigen, worin ich gut bin, und alles andere Menschen überlassen, die geeignet sind, die Bereiche zu leiten, in denen du einfach nicht gut bist.

Es gibt keinen Menschen, der alles kann. Schon um überhaupt in etwas gut zu sein, braucht man großes Glück - also angeborenes, instinktives Talent und entsprechende Fähigkeiten.

Ich bin gut darin, eine Community aufzubauen. Ich bin gut darin, die LifeTILT-Community zu führen, den Weg zu weisen, zu wissen, wohin ich LifeTILT führen will, worum es gehen soll, was die Botschaft sein soll und wen und was wir vertreten. Ich habe die Vision für viele Jahre im Voraus im Kopf und weiß schon jetzt, worum es bei LifeTILT im Jahr 2023 gehen wird. 

Wie ich schon erwähnt habe, habe ich Visionen. In meinem Kopf habe ich ein Bild, ein Erscheinungsbild, das ich verwirklichen möchte, ein Gefühl, das ich vermitteln will. Und ich habe ein Team, das all das umsetzt.

Bis heute entscheide ich, welche LifeTILT-Produkte und -Pakete es geben wird, wie viel sie kosten, wie wir sie verkaufen, wann es Angebote gibt, wie das Design aussehen soll, in welche Schachtel das Produkt kommt, und ich denke mir auch die Slogans aus.

Das kann ich, darin bin ich gut. 

Worin ich überhaupt nicht gut bin und was mich ehrlich gesagt überhaupt nicht interessiert, sind Finanzen, Buchhaltung, Logistik und alle rechtlichen Angelegenheiten. Ich bin völlig unfähig, auch nur eine Rechnung zu bezahlen, und es ist mir schlicht egal, wenn das ungarische Finanzamt ein Mahnschreiben schickt. 2014 gab es einen Brief vom Finanzamt oder von der Gemeinde, ich weiß es nicht mehr, den ich zwei Jahre lang nicht geöffnet habe. Ich glaube, ich habe ihn sogar weggeworfen. So wenig interessiert mich das.

Im Unternehmen bin ich für die gesamte Kreativität und das Marketing verantwortlich. Da darf sich niemand einmischen. Aber es gibt auch Bereiche des Unternehmens, die ich komplett anderen überlassen habe. Das ist der einzige Aspekt des Unternehmensaufbaus, bei dem man Glück braucht. Man muss Glück haben, genau die Person oder die Personen zu finden, die innerhalb deines Unternehmens Bereiche leiten, von denen du nichts verstehst und um die du dich auch nicht kümmern willst. 

Du musst bestimmte Bereiche abgeben und dich nur um das kümmern, worin du gut bist. Aber darin musst du dann auch wirklich gut sein, sehr gut. 

Menschen im Unternehmen.

Der dritte Punkt hängt eng mit dem zweiten zusammen, mit diesem gewissen Loslassen. 

Du bist die Führungskraft. Du musst träumen, die Richtung vorgeben und Anweisungen erteilen. Doch damit deine Visionen Wirklichkeit werden, brauchst du Menschen, die sie auch umsetzen. LifeTILT mag zwar so wirken, ist aber keine One-Man-Show, in der ich die Hauptrolle spiele und alles mir zu verdanken ist. Ganz und gar nicht. Es ist Teamarbeit und umfasst viele verschiedene Bereiche. Die Menschen dafür musst du selbst auswählen und ihnen vertrauen, genauer gesagt, ihrer Fachkompetenz vertrauen. Dein Unternehmen sind deine Träume, deine Produkte; dein Unternehmen ist dein Haus, deine Welt. Du musst entscheiden, wen du in dein Haus lässt. Doch um gute Mitarbeiter einzustellen, brauchst du Menschenkenntnis und Vertrauen. 

Grafiker, Webdesigner, Marketingfachleute, Mitarbeiter in der Rechnungsstellung, Versandmitarbeiter, Lageristen, Führungskräfte und Abteilungsleiter, Kundendienstmitarbeiter, Finanzfachleute, Juristen und Buchhalter. Sie alle arbeiten für dich und ihnen allen bist du immer und unter allen Umständen zu Dank verpflichtet. 

Du musst deine Mitarbeiter lieben und darfst nie vergessen, dass du ohne ihre tägliche Arbeit nicht die Person geworden wärst, die du heute bist, und ohne sie nicht dort stehen würdest, wo du stehst. Du darfst nicht vergessen, was du ihnen verdankst. Die Menschen, die für dich arbeiten, sind nicht deine Angestellten, sondern talentierte Menschen, die deine Träume verwirklichen. 

Ich glaube nicht, dass ich die beste Führungskraft der Welt bin, denn bei mir herrscht verdammt viel Strenge und ich gebe ein sehr hohes Arbeitstempo vor. Wegen einer Sache spreche ich jemanden zweimal an. Ein drittes Mal kann ich nichts mehr sagen, denn die Person, die ich ein drittes Mal ansprechen müsste, ist bis dahin schon nicht mehr im Unternehmen. Ich bin sicher, dass sie mich schon tausendmal verflucht haben, aber sie wissen auch, dass ich jederzeit für sie durchs Feuer gehen würde und sie immer auf mich zählen können. Ich respektiere sie und schätze ihre Arbeit. Nicht nur mit Worten.

In den 7 Jahren haben insgesamt nur 2 Personen das Unternehmen aus eigenem Entschluss verlassen. Die eine Frau, weil sie ihren Abschluss gemacht hatte. Sie wollte inzwischen schon zurückkommen. Und noch eine Frau, die von vornherein nur für ein paar Monate dort angefangen hatte, bis sie ihr eigenes Unternehmen gründete. So schlecht ist es also, bei mir zu arbeiten.

Sorge für Disziplin, verlange hochwertige Arbeit und gib ein verrücktes Tempo vor, aber biete den Menschen auf der anderen Seite immer auch ein Gesamtpaket, das sie gern bei dir arbeiten lässt. Darauf habe ich immer geachtet. 

 Du als Führungskraft.

Es reicht bei Weitem nicht, dass du ein Unternehmen hast und dort der Chef bist. Das ist verdammt wenig. Deine Mitarbeiter müssen an dich glauben, und du musst jemand sein, dem sie folgen können. Je größer dein Unternehmen wird, desto klügere, fähigere und wertvollere Menschen brauchst du, damit dein Unternehmen kontinuierlich weiterwächst. 

Doch wirklich gute Leute können und wollen keinem Menschen folgen, an den sie nicht glauben und bei dem sie nichts sehen, weshalb sie für dich arbeiten wollen. Du musst Charisma haben oder, falls dir das fehlt, in irgendeiner Sache verdammt gut sein. 

Dummköpfen, eingebildeten Arschlöchern, herrschsüchtigen Clowns und selbsternannten Vollidioten werden keine erstklassigen Leute folgen. Dabei musst du immer bessere Leute davon überzeugen, dass sie bei dir genau richtig sind, und selbst den bereits guten Fachkräften Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Ab einem gewissen Punkt reicht das Gehalt nicht mehr aus. Je weiter du auf der Karriereleiter der Arbeitnehmerqualität nach oben kommst, desto mehr rückt das Gehalt in den Hintergrund. Wichtig wird es immer bleiben, aber darüber hinaus werden das Arbeitsumfeld, die bereits erwähnten Entwicklungsmöglichkeiten und die Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten und für die sie arbeiten, viel wichtiger. 

Du bist nicht deshalb eine Führungskraft, weil du dein Unternehmen gegründet hast, sondern weil du über Problemlösungs- und Führungskompetenzen verfügst, die du, wenn es das Leben verlangt, auch vor deinen Mitarbeitern unter Beweis stellen musst.

Viele Unternehmen gehen pleite, weil ihre Führungskraft ein dilettantischer Idiot war. Ich konnte großartige Leute für mein Unternehmen gewinnen, weil der Eigentümer an ihrem vorherigen Arbeitsplatz ein untragbarer, dummer Trottel war. 

Sei ein Feldherr, zeig den Weg, gib die Richtung vor und geh voran. Das ist kein Krieg, das ist die Geschäftswelt. Sie ist noch viel brutaler, und für diesen Kampf musst du mit den besten Leuten in die Schlacht ziehen. Wenn du kein Feldherr bist, werden sie dir nicht folgen und nicht an dich glauben. 

Auch das kann man nicht lernen. Entweder steckt es in dir oder nicht. Das steht in keinem einzigen Lehrbuch.

Partner

An dieser Stelle würde ich am liebsten ununterbrochen fluchen. Einmal habe ich zusammengerechnet, wie viele Millionen Forint ich wegen Partnerfirmen verloren habe, mit denen ich in den letzten Jahren zu tun hatte. Am Ende stellte sich heraus, dass sie unfähig oder einfach nur Vollidioten waren. Ich wollte es genau ausrechnen, aber bei ungefähr 130 Millionen habe ich lieber aufgehört, weil ich keinen Schlaganfall bekommen wollte.

Das ist das Lehrgeld, das leider jeder zahlen muss. Nun, ich habe es gezahlt, weil ich auf Firmen und Menschen hereingefallen bin, die sich als absolute Profis dargestellt haben, und am Ende gab es nur eine böse Überraschung. 

Das ist ein sehr schwieriger und noch dazu kostspieliger Prozess, aber mit den Jahren und natürlich nach einigen heftigen Rückschlägen wirst du schon nach der ersten Minute wissen, welche Anzeichen dir verraten, mit wem du die Verhandlungen nicht weiterführen solltest. 

Ich glaube niemandem mehr irgendetwas. Jeder kann alles behaupten oder mir irgendwelche Grafiken zeigen. Man könnte meinen, je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Profis arbeiten dort - und damit liegt man richtig. Das Problem beginnt leider damit, dass das Leben dir, solange du klein bist, Partner vermittelt, die ebenfalls klein und dadurch bezahlbar sind. Auch das ist eine Art Evolution der Unternehmen, die du durchlaufen musst. Als Gründer glaubst du noch alles, und man kann dir alles Mögliche einreden. Doch im Laufe der Jahre werden dir Erfahrungen, Misserfolge und unnötig ausgegebene Millionen beibringen, mit wem du nicht zusammenarbeiten solltest. Mit wem du verdammt noch mal nicht zusammenarbeiten solltest.

Je weiter sich dein Unternehmen entwickelt, desto mehr Ressourcen wirst du haben, um mit immer größeren, professionelleren und natürlich teureren Unternehmen zusammenzuarbeiten.  

Es ist schwer, das Menschen verständlich zu machen, die nicht in der Geschäftswelt leben und nicht wie Geschäftsführer denken können. Früher habe ich nicht verstanden, wie man für ein Logo-Design mehrere Millionen Forint verlangen kann. Heute verstehe ich es, aber wenn mir das vor zehn Jahren jemand hätte einreden wollen, wäre er damit ganz sicher nicht durchgekommen. Mit diesem Beitrag will ich dich auch nicht von irgendetwas überzeugen. Ich habe meinen Weg zurückgelegt und spreche aus Erfahrung. Ob du dir zu Herzen nimmst, was ich schreibe, oder nicht, liegt bei dir. Jeder hält sich für verdammt schlau und denkt, er wisse es besser und werde es allen zeigen. Ich habe genug solcher selbsternannten Klugscheißer gesehen, die sich verdammt viel auf sich eingebildet haben. Aber die gute Nachricht ist: Im Geschäftsleben kann nur überleben, wer wirklich dafür geeignet ist. 

Ich bekomme täglich Anfragen von Herstellern und verschiedenen Unternehmen, die mit LifeTILT zusammenarbeiten möchten. Diese Anfragen werden für mich vorgefiltert, und mit denen, deren Anfrage überhaupt bei mir landet, gehe ich folgendermaßen vor - und das solltet ihr auch tun.

Ich filtere sie über Bisnode vor. Das ist eine Unternehmensdatenbank. Ich prüfe ihren Umsatz, aber nicht nur den des letzten Jahres, sondern mindestens für die vergangenen fünf Jahre. Mit Unternehmen, die erst vor weniger als zwei Jahren gegründet wurden, komme ich gar nicht erst ins Gespräch. Die fünf Jahre schaue ich mir an, um zu sehen, wie sie sich entwickelt haben. Aber ich prüfe nicht nur den Umsatz, sondern auch die Beschäftigtenzahl. Wenn sich beides positiv entwickelt, ist alles in Ordnung. Wenn es stagniert, vor allem aber, wenn es sich verschlechtert, gibt es ebenfalls nichts zu besprechen. Danach überprüfe ich die Geschäftsführung, das Unternehmensgeflecht, mit wem sie in Verbindung stehen und welche Einstufung sie als Steuerzahler haben. Erst danach sehe ich mir Referenzen an. Wenn all das passt, kommt erst dann ein Treffen infrage. Bei einem Treffen entscheidet sich sehr viel, angefangen bei der Qualität des Händedrucks bis hin zu der Frage, ob ich persönlich überhaupt mit dem jeweiligen Inhaber zusammenarbeiten kann.

Das ist sehr wichtig.

Arbeite ausschließlich mit Unternehmen zusammen, bei denen du auch mit dem Eigentümer auf einer Wellenlänge bist.

Die Details und die Einigung sind danach nur noch zweitrangig. Man macht immer Geschäfte mit Menschen, niemals mit dem Unternehmen, denn wenn man überhaupt erst zum Geschäftsabschluss kommt, ist das Unternehmen dahinter bereits in Ordnung, weil man es schon überprüft hat. 

Wenn ich es zusammenfassen müsste, wäre ich in einer sehr schwierigen Lage, denn wie man sieht, gibt es keine Geheimformel. Es kommt auf persönliche Eigenschaften an, die man entweder hat oder nicht. Worüber ich jetzt spreche, ist die Führung eines Unternehmens mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Forint. 

Tausende Unternehmen und Hunderttausende Unternehmer sind in Ungarn tätig. Manche haben eine kleine Boutique, und dabei bleibt es auch. Sie verdienen monatlich ein paar Hunderttausend Forint, vielleicht sogar eine Million, aber mehr ist nicht drin. Ich sage nicht, dass das wenig ist, aber nicht jeder kann ein Unternehmen mit einem Monats- oder auch nur Jahresumsatz von mehreren Hundert Millionen aufbauen und führen. Natürlich träumt am Anfang jeder davon, aber man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass jeder seine Grenzen hat. Seit Jahren erkläre ich im Zusammenhang mit dem Abnehmen, dass die Grenzen in den Köpfen der Menschen existieren. Doch um diese Grenzen zu überwinden, braucht es Kraft, Mut, Selbstvertrauen und den Glauben an sich selbst - während alle um dich herum dir sagen wollen, was du wie tun oder eben nicht tun sollst. 

2011 hörte ich, dass man mit dem Bloggen höchstens 5.000 Forint im Monat verdienen könne und es sich nicht lohne, sich damit zu beschäftigen. Ich glaubte es nicht. Mein Umsatz lag im vergangenen Jahr bei über 3 Milliarden. Von meinem Jugendfreund hörte ich, dass ich sowieso scheitern würde, und das musste ich mir noch drei Jahre lang anhören. Ich glaubte ihm nicht. Seit einigen Jahren höre ich das nicht mehr von ihm.

Am Anfang ist es am schwersten, nicht hinzuhören, was andere sagen, und niemandem zu glauben, der behauptet, dass du es nicht schaffen kannst. Danach wird es ebenfalls schwer sein, denn mit deinem Unternehmen wachsen auch die Probleme. Menschen gründen ein Unternehmen, um von niemandem abhängig zu sein und mit deutlich weniger Arbeit deutlich mehr Geld zu verdienen. Wenn du es richtig machst, wird es so sein, aber stell dich darauf ein, dass du am Anfang fast daran zugrunde gehst und es sehr schwer wird. Das geht nicht halbherzig. Du musst dich zu 100 % reinhängen, wenn nötig täglich 16 Stunden arbeiten und am nächsten Tag weitermachen. Jeden Tag, wenn nötig jahrelang. 

Für ein erfolgreiches Unternehmen braucht es vieles, und wir haben gerade erst an der Oberfläche gekratzt. Aber wie dem auch sei: Für ein erfolgreiches Unternehmen braucht es nur eines. 

Du bist es. 

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