Das ist eine wunderschöne Freundschaft.

This is a Beautiful Friendship

Hallo, Benzin für 400 Forint. Ehrlich, wenn ich nicht in diesem Land leben würde, könnte ich über die Vorgänge hier sogar lachen. Aber die Lage wird immer aussichtsloser. Nicht, dass mich das besonders umhauen würde, ich habe ja nicht mal einen Führerschein. Das ist nur ein winziger Ausschnitt aus den Zuständen hier, auf die ich jetzt nicht näher eingehen will. Und außerdem: Wen interessiert schon meine Meinung zu irgendwas? (durchschnittlich 270 Leute täglich). Apropos Benzinkram: Mir fällt noch ein, dass der Frühling bald kommt und ich mal die Kette an meinem Fahrrad ölen sollte. Tja, so weit bin ich mit 28. Damit hätte ich nicht gerechnet...

Lassen wir langsam die alltäglichen Enttäuschungen hinter uns und konzentrieren wir uns auf eine positivere, völlig andere Welt. Bei den Wortspielen ist mir eine Geschichte eingefallen, die ich erzählen muss. Alle meine Kumpels gingen auf dasselbe Gymnasium, das Szent István, damals eine der anspruchsvollsten Schulen. Auch Tibi und Anita gingen dorthin. In der elften Klasse kamen sie zusammen, und die Beziehung gipfelte schließlich vor zwei Jahren in einer Hochzeit. Ein Leben, ein Mädchen, weder davor noch danach jemand anderes, nur die beiden. Mann, mir wird gleich schlecht. Aber darum geht es nicht. Schon die Hochzeit selbst war der Hammer: Wir tauchten in Badehosen auf, Ákos in einem lila T-Shirt, ich mit unsichtbaren Converse-Socken und, wenn ich mich richtig erinnere, Dave in irgendeinem unfassbar peinlichen kurzärmeligen Hemd mit kariertem Kragen, so einem chinesischen Mist, Pityu in Jeans und einem Slipknot-Shirt. Wir stellten uns auch in die  hinterste Reihe, wirklich wie eine Horde. Zur gesellschaftlichen Zusammensetzung der Hochzeitsgesellschaft nur so viel: Der Typ ist Fondsmanager bei einem der führenden Wertpapierunternehmen, und die Frau ist, soweit ich weiß, Literaturlehrerin, vielleicht aber auch Mathelehrerin. Keine Ahnung, ist ja auch egal.   

Die ganze Hochzeit war ein einziges Desaster, zumindest für uns.  Wir kamen 20 Minuten zu spät, weil wir uns am Ende erst im letzten Moment am Oktogon entschieden hatten, nicht auf die Margareteninsel zum Fußballspielen zu gehen, sondern zur Hochzeit. Wir tauchten in den oben beschriebenen Klamotten auf, und ich sagte zu Ákos, er solle sich vor das Hochzeitsauto stellen. Ákos stellte sich direkt davor, aber verdammt noch mal  einen Zentimeter davor, ich scherze nicht. Stellt euch alle vor, vor der Kirche steht ganz allein das geschmückte Auto, niemand davor und niemand dahinter, nicht mal im Umkreis von 50 Metern, und dann stellt Ákos sich davor J)))  Ich heule heute noch, nicht direkt deswegen, sondern wegen der Gesichter, als sie das gesehen haben.  Pityu kam nur aus einem einzigen Grund zur Hochzeit, und zwar wegen dem, woran mich diese ganze Geschichte erinnert hat.  Es ging doch um Wortspiele. Ich habe schon immer bewundernd zu den Eltern aufgeschaut, die so miese Schweine sind, ihren Kindern Namen zu geben, über die sie sich vielleicht im Warteraum des Kreißsaals 2C  kaputtlachen, aber dem Kind damit echt das Leben schwer machen und sein Schicksal für immer besiegeln, wenn es erwachsen wird. Genau das ist auch bei uns passiert, denn die Braut hieß Kalapin Anita. Ich lasse euch kurz Zeit, bis es bei allen klick macht….

Igen kalaPIN Anita J))))) Gyerekek nem vicc, ezért az egy névért mentünk el az esküvőre mert hallanunk kellett ezt kimondva 200 ember előtt. És amikor a pap megkérdezte... Kalapin Anita akarod-e ezt a férfit hites férjedül… akkor Pityu konkrétan könnyezett a röhögéstől, de akkor már mindegy volt mert ugyan csak 5en voltunk ott hátul, de van az az állapot amikor láncban terjed a hülyeség, és már fekszünk mindenen. Nem tudom mennyire zavarhattuk be a  szertartást, de Marci aki azt hiszem Tibi esküvői tanúja volt hátrajött, és finoman utalt rá, hogy akkor akár el is mehetnénk a halál retkes faszára. Volt a templom mellett egy kocsma oda be is települtünk. Tökéletes rálátással a templom bejáratára,  így amikor jött ki a nép el kellett indulnunk, mert továbbra se felejtsük el hogy Ákos 1,4-es VW poloja ott áll az esküvői kocsi előtt.

Ata ist verdammt wütend, Marci auch. Kleine Pimmel in Anzügen natürlich, und die Gemüter kochen hoch, weil  Anitas Eltern zu Ohren kommt, dass irgendein unglaublicher Vollidiot sich vor der Kirche postiert hat J))))))))))))) Okay, ich kann nicht mehr. Atas Gesicht wird mir für immer vor Augen bleiben, wie er Ákos bedroht. Er soll sofort vor der Limousine weggehen, weil er keinen Skandal will und außerdem, wie sieht das denn aus. Natürlich rastet Ákos in so einem Moment aus und stellt sich stur. Das Auto bleibt, die Eltern kommen. Jetzt soll sich jeder ein Kind vorstellen, über das man Folgendes wissen muss. Ja, es geht um Ata. Mir sind gerade so viele Geschichten eingefallen, die mich jederzeit fertigmachen können, aber die muss ich noch erzählen.

Ata, der einst Klassenbester war und als Tutor an der Wirtschaftsfakultät arbeitete, redigierte während der Schulzeit die KöMaLt (mathematische und physikalische Zeitschrift für Gymnasien). Wer damit nichts anfangen kann, sollte froh sein, denn höchstwahrscheinlich hatte er normale Teenagerjahre und verlor seine Jungfräulichkeit vor seinem 18. Geburtstag. Ata sagte einmal zu mir, und das ist der größte  Facepalm Spruch, den ich je gehört habe

„Ich ficke Frauen nicht von hinten, weil ich sie nicht so sehr demütigen will. Ich respektiere sie mehr als das.“

Krass. Ja, ich persönlich habe neun Jahre gebraucht, um ihn davon zu überzeugen, dass es tatsächlich so etwas wie einen One-Night-Stand gibt und dass manche Mädels einem im Klo einen blasen. Das hat er nicht geglaubt und glaubt es bis heute nicht. Ich liebe den Typen übrigens, aber verdammt, er hat das erste Mädel geheiratet, das ihn küssen ließ. Schade, dass er für dieses Mädel bis zur Oswego-Universität im Bundesstaat New York reisen musste, wo ihm ein mexikanisches Mädel das erlaubt hat. Ich muss wohl nicht erst sagen, dass wir vor ein paar Monaten in Mexiko auch schon die Hochzeit hinter uns gebracht haben.

Also, es muss Sommer 2004 gewesen sein. Wir stehen frühmorgens an der Bushaltestelle, Ata stockbesoffen, das heißt, er hat drei kleine Heineken und einen Kirsch-Wildhimbeer-Schnaps getrunken. Also erklärt er gerade, dass es da eine Juristin gibt, die jetzt schon eine riesige stinkende Schlampe ist, weil sie trotz seiner Nettigkeit und seiner Einladungen hierhin und dorthin kein Interesse an ihm hat und stattdessen mit so einem groben Arschloch zusammen ist, und außerdem soll jeder einzeln zur Hölle fahren.  Jedenfalls lästert er da über die Frauen und sagt, dass sie ihm egal sind und er die Frauen nur ficken wird  LOOOOOL.  DA KOMMT ein großer, muskulöser Kerl herüber und sagt Ata Folgendes, direkt von Angesicht zu Angesicht. Aber verdammt, wir wussten nicht mal, wer der Typ war, er hatte nur das  Gespräch mitgehört.

„Sag mal, mit solchen Zähnen, solchen Haaren und so einem Gesicht hattest du bisher insgesamt höchstens zwei Frauen, wenn überhaupt. Was für Sex, was für Mädels? Nimm mal dein Ego zurück, duuuuu.“

Ata erstarrt, Ádi schaut mich an, ich krieche gerade aus dem Busch, weil ich mich vor Lachen gekugelt habe, das Gesicht verschwindet, und da war etwas geboren, denn seitdem ist das die Referenz, wenn Ata zur Sprache kommt. Stellt euch also so einen Jungen vor, und jetzt springen wir zurück zur Hochzeit, denn dieser gutmütige, wirklich nette Junge ist ausgerastet und hat sich vor der Kirche auf der Treppe auf Ákos gestürzt (ihm mit der Faust einen verpasst, versteht ihr?), damit er sofort vor dem Hochzeitsauto verschwindet. Mein Gott, das war so verdammt großartig, die Szene war riesig. Zum Hochzeitsessen haben wir es irgendwie nicht mehr geschafft, aber seitdem liebe ich Hochzeiten.

Ich muss wohl nicht erst sagen, dass dieser Beitrag als Bericht über den dritten Trainingstag meiner Vorbereitungswoche angefangen hat, oder? Ganz klassische Sache. Und vergesst nicht die wichtigste Regel in sozialen Netzwerken: Wenn ein Mädel etwas liked, dann hattet ihr schon was miteinander, könntet noch was miteinander haben oder sie will, dass ihr was miteinander habt ...

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